Sonntag, 20. März 2016

Frühlings-Äquinoktium

Frühlings-Äquinoktium

Ab heute werden die Tage wieder länger als die Nächte. Der Frühling beginnt. An diesem einen Tag sind Licht und Dunkelheit völlig im Gleichgewicht, dann kehren sich die Gezeiten der Kräfte um. Während wir zu Ostara Leben und Fruchtbarkeit feiern, sollten wir nicht vergessen alle unsere langfristigen Zauber am nächsten Tag zu erneuern, denn durch den Wechsel verlieren sie ihre Wirkung. Das gilt übrigens auch für das Herbst-Äquinoktium. Frühling ist in allen Traditionen das Neuerwachen des Landes, der Zeitpunkt zu dem man die neuen Ziele über die man im Winter nachgedacht hat umzusetzen beginnt. Positive Energie beginnt zu fließen und treibt uns voran. Die Sonne wird stärker, die ersten Blumen zeigen sich überall, es liegt Freude in der Luft. Die meisten Bräuche zu diesem Fest haben mit Fruchtbarkeit und Wachstum zu tun. So sind die bekannten Hasen, Lämmer und Eier passende Symbole. In einigen Gegenden ist es allerdings ein Fuchs, der die bunten Eier versteckt. Anscheinend ist der Osterfuchs älter als der Hase, heute erinnern sich meist nur noch wenige an diese Variante. Vielleicht deutet sie auf vorchristliche Bräuche hin, denn bei den Germanen war der Fuchs nach einigen Quellen dem Donar (Thor) geweiht. Weit verbreitet sind auch die österlichen Quellbräuche, bei denen man an einem der Ostertage vor Sonnenaufgang aufsteht, ohne ein Wort zu sprechen zu einer reinen Quelle geht und dort Wasser schöpft. Dieses Wasser soll dann Glück, Gesundheit und Schönheit bringen. Auch das Weihwasser wurde an manchen Orten am liebsten aus diesem Osterwasser gemacht. Am schönsten finde ich es, wenn man dabei Blumen und andere Geschenke für den Wassergeist an der Quelle zurücklässt. Vor kurzem besuchte ich eine sehr schöne Quelle und fand dort zu meiner Freude Blumesträuße und Kränze vor. Ich selber werfe gern Kristalle oder Silberringe ins Wasser. Die weit verbreiteten Osterfeuer, hier und da sogar noch mit brennenden Osterrädern, deuten dagegen auf den solaren Charakter des Festes hin. Ob man die Auferstehung der Natur oder die Auferstehung Christi feiert ist zumindest auf symbolischer Ebene kein großer Unterschied. Wir sollten uns auf den freudigen, lebensbejahenden, willkommenheißenden Charakter dieses Festes konzentrieren und es als Anlass nehmen positive Impulse zu setzen. Die sind bei den politischen Entwicklungen in letzter Zeit auch dringend nötig. Feiern wir das Gute in unserem Leben, den Reichtum den wir haben, und die Freude die wir empfinden, indem wir diese Dinge teilen. Wenden wir uns von Intoleranz, Hass, ängstlicher Missgunst und Fremdenfeindlichkeit ab und der Sonne, dem Leben zu. In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Frühlingsfest.