Montag, 21. Dezember 2015

Jul und die Rauhnächte


Jul und die Rauhnächte

Jul, die Wintersonnenwende, die Wiedergeburt des Lichtes- das ist eines der ältesten Feste der Menschheit. In vielen Kulturen und zu vielen Zeiten wurde es gefeiert, immer mit einem ähnlichen Symbolismus, meist als die Wiedergeburt des Sonnengottes. Auch das christliche Weihnachtsfest ist eine Variante davon. Daher haben sich um diese Festtage herum auch viele alte, teils vorchristliche Bräuche erhalten. Besonders interessant für uns sind die Rauhnächte, die zwölf heiligen Nächte, eintweder von Heiligabend oder nach älterem Brauch vom Tag der Wintersonnenwende an. Während dieser Zeit zieht die Wilde Jagd durch die Lüfte, Geister sind unterwegs und die Trennwand zwischen den Welten ist dünner als sonst. Mein Großvater, eher Heide als Christ und mit dem zweiten Gesicht gesegnet, war der festen Überzeugung dass man die Dinge, die man in den zwölf Nächten träumt, in den zwölf Monaten des kommenden Jahres erleben wird. Auch hat er stets gesagt, dass man in den Rauhnächten keine Wäsche waschen darf, sonst muss man im Laufe des Jahres Totenwäsche halten, also es stirbt jemand im Haus. Daran hält sich meine Mutter noch heute, und ich auch, sicher ist sicher. Ich bin also mit Geschichten über die Rauhnächte aufgewachsen. Besonders mochte ich immer die Geschichten über den Wilden Jäger, den man je nach Gegend den Herrn Wohljäger oder auch den Woden nennt. Er straft vorwitzige, eigensüchtige und gemeine Leute, hilft aber auch denjenigen die sich aus echter Not an ihn wenden. Hier hat sich natürlich die Erinnerung an Odin erhalten. In einigen Landstrichen stellt man während dieser Zeit Wassereimer, Heu, Hafer und Schalen mit Milch für die Pferde und Hunde der wilden Jagd bereit. Das soll Glück bringen. In der letzten Rauhnacht zieht dann Frau Percht oder Frau Holle mit ihrem Gefolge, das aus den Seelen verstorbener Kinder bestehen soll, durchs Land und sieht überall nach dem Rechten. Sie segnet diejenigen, die es verdienen, macht das Land fruchtbar, sammelt verirrte Seelen ein und erlegt manchen Menschen Prüfungen auf, durch die sie wichtige Dinge lernen. Man stellt ihr an einer abgelegenen Stelle einen schön gedeckten Tisch mit einer Auswahl leckerer Speisen auf, damit sie sich auf der Reise erfrischen kann. Natürlich darf man auf keinen Fall nachsehen ob wirklich jemand dort vorbeischaut. Überhaupt waren unsere Vorfahren der Meinung dass man während der gefährlichen Rauhnächte besser zu Hause bleiben sollte. Es war traditionell eine Zeit der Ruhe, in der nicht gearbeitet werden durfte und man viel Zeit mit seiner Familie verbrachte. Ob man zusammen feierte, alten Geschichten lauschte oder einfach nur still und besinnlich die besondere Atmosphäre genoss, war in jedem Haus verschieden. Heutzutage sollte man sich vielleicht einmal Zeit für sich selbst nehmen, den hektischen Trubel der Feiertage hinter sich lassen und in die stürmische Nacht hinaushorchen. Die Rauhnächte sind noch immer sehr magisch. Yulea2

Freitag, 11. Dezember 2015

Hexentipp: Yule-Wunschtannenzapfen

Merry Meet!
Nur noch wenige Tage, dann wird unser Lichtgott durch unsere Göttin geboren werden. Zunächst noch Kind, wird er rasch zu unserem Gehörnten Gott heranwachsen und der geliebte Gefährte unserer Göttin sein. Seine Geburt bedeutet Neuanfang und Freude, da die Natur zu neuem Leben erwacht.  Das Licht siegt über die Dunkelheit, der Stechpalmenkönig ( Gott des abnehmenden Jahres ) wird sterben und durch den Eichenkönig ( Gott des zunehmenden Jahres ) abgelöst, dies soll uns daran erinnern, dass auf jeden Tod eine Wiedergeburt folgt.
Traditionsgemäß entzünden wir in der dunkelsten Nacht viele Feuer und Kerzen, um die Rückkehr des Lichtes herbei zu beschwören und zu zelebrieren.
Ein Neubeginn steht bevor.
Yule- Wunschtannezapfen
Yule2
Ihr benötigt nicht viel:
  • einen oder mehrer Tannenzapfen
  • Füller und Tinte, falls ihr mögt in der entsprechenden Farbe eures Wunsches
  • kleine Zettel auf denen ihr eure Wünsche schreibt
  • eine oder mehrere weiße Kerzen
  • etwas zum Opfern ( z.B. etwas Milch und Butter, einen Apfel )
Bereitet alles vor, meditiert notfalls über eure Wünsche. Bevor ihr nun anfangt, reinigt euren Raum gründlich . Fegt ihn ordentlich, ihr könnt ihn vorher auch mit Basilikum - Wasser wischen, reinigt ihn mit Salz und Wasser und Räucherwerk. Nun beginnt mit eurem kleinem Ritual. Zieht den Kreis, ruft die Elemente.  Zündet die weiße Kerze an. Konzentriert euch und schreibt eure Wünsche wie Liebe, Harmonie, Freundschaft, Glück etc auf. Ihr könnt auch Symbole oder Runen nehmen, macht es, wie es Euch gefällt. Faltet daraufhin die Zettelchen und steckt sie in den Tannenzapfen. Meditiert noch ein wenig, falls ihr mögt. Segnet eure Opfergaben. Verabschiedet die Elemente, löst den Kreis.
Yule1
Nun könnt ihr euch überlegen wo ihr euren Wunschtannenzapfen hinstellt oder gar aufhängt. Am besten wäre es natürlich ihn draußen im Garten, Balkon oder an einem Baum eures Vertrauens anzubringen. Falls euch dies nicht möglich ist, stellt ihn auf eine Fensterbank, öffnet dann bitte regelmäßig das Fenster, damit die Wünsche nach draußen gelangen können. Vergesst eure Opfergaben nicht, stellt sie mit raus.
Aus etwas Weihnachtsdeko und Packschnur habe ich mir ein kleines Mobile mit Wunschtannenzapfen  gebaut. Ich bevorzuge es schlicht, einfach und mit wenig Aufwand.
Yule3
Dafür benötigt ihr
  • Packschnurr
  • zwei Hölzchen
  • Tannenzapfen
  • getrocknete Orangenscheiben usw ( bekommt ihr ja im Augenblick überall)
Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt auch anstatt die Zettelchen in den Tannenzapfen zu stecken sie auch in die Schnur des Mobiles binden, natürlich gehen auch Stoffbändchen in den entsprechenden Farben des Wunsches. Wie gesagt eurer Kreativität ist keine Grenze gesetzt.
Yule4
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!
Seit gesegnet und mögen euch die Götter auf allen Pfaden begleiten.
Ormengard


Freitag, 4. Dezember 2015

What you need




What you need is the strength of the mountains,
What you need is the depth of the sea.
What you need is the quiet of the forest,
What you need is the wisdom of Ys.
You will climb up the flowering branches,
And descend to the roots in the deep.
You will bask in the golden sunlight,
And search for the moon in your sleep.
Look for the seven planets,
Learn all that they have to teach.
Listen to ancient wisdom,
And follow the paths of the tree.
Breathe in the wind of the east
Burn with the fires of the south
Sink into the western ocean
Put your roots down in the north
And grow with the living spirit.

Ormengard

Donnerstag, 3. Dezember 2015

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Sprüche des Hohen





11. Eine bessre Bürde trägt man nicht auf dem Weg als menschliche Weisheit; schlechtere Wegzehrung bringt man nicht durchs Land als unmäßigen Biertrank.
12. Nicht so gut ist wie man`s sagt,das Bier den Söhnen der Menschen; denn weniger weiß, der mehr trinkt,in seinem Verstand der Mann.
13. Der Vergesslichkeit Reiher heißt, der über Gelagen weilt, er stiehlt den Verstand dem Mann; von des Vogels Federn war ich gefesselt im Hof Gunnlöds.
14. Berauscht war ich , war viel zu sehr berauscht beim klugen Fjalarr, das beste Bier ist, wenn zurückhoöt jeder Mann seinen Verstand.
15. Schweigsam und aufmerksam soll des Königs Kind sein und kampfkühn; heiter und freundlich sei jeder Mann, bis er den Tod erleidet.

Der Lorbeerbaum




Oh Lorbeerbaum der dort am Rand des Totenackers steht,
im Schatten halb und halb im Licht.
Wie schimmernd ist dein dunkles Blätterhaar,
wie glänzt es im golden Sonnenstrahl,
und deine Wurzeln in Geheimnisse tief,
rücken hinab zu Persephones dunklen Thron.
Wie hat dein Schatten manch ein Feuer mir gekühlt
und deine Wurzeln Tiefe oftmals mich berührt,
doch brennend selbst wie der Akazienstrauch.
Wie Daphne unberührbar stehst du dort,
dein dunkles Feuer aus der Erde tief,
mir zum Entzücken, manchen zum Leid.
Springst durch die mondeshelle Nacht,
wie einst Allanta durch das Unterholz,
wie Kirkes altes Zauberlied.
Oh Lorbeerbaum, im Schatten halb und halb im Licht.
Voll alter Weisheit, Kind der Nacht,
Freundin den Geistern und dem Waldgetier,
durch Moiras Faden so auch mir.
Bist kleiner als manch anderer Baum
und doch aus deiner Wurzeln Tiefe, deinen graden Stamm,
wie Hyperboreas Felsen so stark.
So stehst du unter Bäumen eine Kriegerin
und zeigst der Welt, das alte Feuer brennt in dir,
seit Anbeginn der Zeit auch in mir.
Ormengard